Energiewende im eigenen Werk umsetzen, statt auf Rahmenbedingungen zu warten: Die GeoClimaDesign AG, Spezialist für Kapillarrohr-Systeme aus Fürstenwalde, hat genau das getan. Sie produziert ihre Kapillarrohrmatten aus Solarstrom – erzeugt auf dem eigenen Werksgelände und gespeichert in einem groß dimensionierten Batteriespeicher. Vorstand Antje Vargas gibt einen direkten Einblick in die Entscheidungen dahinter – von der Solaranlage über den Batteriespeicher bis zur Frage, was das für die Kunden bedeutet.
Krise? Nein, danke
Kostensenkung in der Kunststoffverarbeitung gelingt am schnellsten über zwei Hebel: Energiekosten senken und Prozesse automatisieren. Wenn die Energiepreise quälen, muss man sich selbst helfen – das war unsere Prämisse für dieses Jahr. Also haben wir uns die Energiekosten vorgeknöpft.
Am meisten Strom verbrauchen wir für die Extrusion der Kapillarrohre in unserem Werk in Fürstenwalde. Aus Polypropylengranulat fertigen wir Röhrchen mit ca. 4 mm Durchmesser. Diese wasserführenden Röhrchen nennt man Kapillarröhrchen – aus ihnen entsteht die weltweit flachste und leichteste Flächenheizung.
Die Kapillarröhrchen verschweißen wir mit nur 1 bis 2 cm Abstand zueinander zu einem Rohrregister. Das sind dann die Kapillarrohrmatten. Bis zu 96 Kapillarröhrchen auf einen Meter Breite – so entsteht eine 1 m breite und beliebig lange Kapillarrohrmatte. Den Strombedarf für unsere Extrusion und für unsere großen Schweißautomaten decken wir ab jetzt aus eigenem Solarstrom.
Wir wollen nicht am Wochenende arbeiten
Den selbst erzeugten Solarstrom speichern wir in einem besonders groß dimensionierten Batteriespeicher. Wir dachten uns: lieber die gesamte Wochenend-Solarernte speichern, als samstags und sonntags Schichten im Werk schieben. Kaum lesen wir auf unserem Monitor die wunderbaren Ernteberichte der Speicheranlage, kommen uns schon neue Ideen, wie wir unsere Extruder vor allem im Sommer bis zum Maximum auslasten.
Das müssen wir demnächst ohnehin, denn die Kühlfunktion unserer Klimadecken – also der Decken-Heizung und -kühlung – wird immer begehrter. Wer möchte mit seiner Flächenheizung nicht gleich auch kühlen? Der einfache Trick: nicht als Fußbodenheizung einbauen, sondern als Deckenheizung. Dann ist die Deckenheizung im Sommer eine Kühldecke.
Die Wärmepumpe bekommt auch was ab
In all unseren Gebäuden heizen und kühlen wir ausschließlich mit Wärmepumpen, die Gasanschlüsse sind abgemeldet. Überall – in Produktion, Lager und Büro – sind Kapillarrohrmatten an Decken oder Wänden installiert, sodass die Effizienz unserer Wärmepumpen hervorragend ist. Und das, obwohl unsere Gebäude allesamt Altbauten sind.
Die niedrigen Vorlauftemperaturen von nur 35 °C bringen eine Jahresarbeitszahl von ca. 4,8. Das heißt: Aus 1 kWh Strom machen wir 4,8 kWh Wärme – und von dieser einen kWh Strom ist noch nicht einmal der Eigenstrom abgerechnet. So kommt es, dass wir unsere Gebäude nicht dämmen müssen. Das viele eingesparte Geld investieren wir lieber ertragreicher – in diesem Jahr in die großen Batteriespeicher und fortlaufend natürlich auch in die Automation der Produktion.
Und was haben unsere Kunden davon, dass wir unsere Kapillarrohrmatten aus Solarstrom fertigen?
Wir finden es hochinteressant, dass neben unserem Hauptmarkt Deutschland und Europa auch große chinesische Immobilienunternehmen unsere Kapillarrohrmatten kaufen. Sie haben sich unter allen Flächenheizungen, die der Weltmarkt bietet, für unsere Kapillarrohrmatten entschieden – weil diese effizienter heizen und kühlen als herkömmliche Rohre oder Schläuche.
Also, liebe Kunden und Interessenten: Wer in diesem Sommer unsere Kapillarrohrmatten kauft, darf sich freuen – wir kalkulieren gerade den Sommerstrom-Rabatt.
Dieses Interview mit Antje Vargas erschien zuerst in der FORUM, Ausgabe 6, 2026. Für diesen Beitrag wurde die ursprüngliche Fassung leicht angepasst.


